Das Grauen des Todesmarsches


Das Konzentrationslager Sachsenhausen

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Das Eingangstor des
Konzentrationslagers Sachsenhausen

Die Konzentrationslager waren ein fester Bestandteil im Herrschaftssystem des Nationalsozialismus. Sie gehörten mit zu den schrecklichsten Formen des Terrors durch die faschistische Diktatur.
Das Konzentrationslager Sachsenhausen, nördlich von Berlin zwischen Oranienburg und dem   Dorf Sachsenhausen gelegen, war 1936 entstanden. Es galt den  Faschisten als Modell der großen in Deutschland und vielen anderen Ländern Europas errichteten Lager, in denen Millionen Menschen auf grausame Weise umgebracht wurden. Der Name "Sachsenhausen" ist durch die in den  Haupt- und Nebenlagern verübten Verbrechen und die unmenschliche Ausbeutung der Häftlinge als billige Arbeitskräfte in den Wirtschaftskonzernen der SS zu einem Begriff für die Versklavung   und Vernichtungspolitik im Dritten Reich geworden. Von den über 200 000 Menschen, die seit dem Bestehen dieses Lagers aus fast allen europäischen Ländern hierher verschleppt wurden, überlebten weniger als die Hälfte!

 

Der Marsch

Durch die sich immer mehr zusammendrängenden Fronten in Deutschland erließ die faschistische Regierung den Befehl, die Konzentrationslager zu evakuieren und keinen Häftling lebend in die Hände der Alliierten fallen zu lassen.
Die noch am Leben gebliebenen 35 000 Insassen des Konzentrationslagers Sachsenhausen sollten zunächst von Oranienburg aus mit Schleppkähnen aufs Meer gebracht und dort versenkt werden. Aufgrund des schnellen Vorrückens der 2. Belorussischen Front konnte dieser Plan jedoch nicht mehr ausgeführt werden, weshalb die Anordnung getroffen wurde, die Häftlinge nach Norden in die Lübecker Bucht zu treiben, um sie auf Schiffen in der Ostsee zu versenken.
In der Nacht vom 20. zum 21. April 1945 führte man 33 000 Gefangene in Zügen zu 500 Mann mit spärlicher Marschverpflegung - die letzten Trupps erhielten überhaupt keine Nahrungsmittel mehr - aus dem Lager. Während die 2 600 im Lager verbliebenen Häftlinge einen Tag später durch sowjetische und polnische Armee-Einheiten befreit wurden, gingen Tausende auf den Straßen Brandenburgs einem ungewissen Schicksal entgegen, ständig bedroht durch den Befehl der SS, jeden aus der Kolonne zurückbleibenden, jeden kranken und erschöpften Häftling rücksichtslos zu erschießen. Nur notdürftig bekleidet, mit schlechtem Schuhwerk und fast ohne Verpflegung, mussten sie unter dem brutalen Antreiben der Bewacher an einem Tag oft 30 bis 40 Kilometer zurücklegen. Mehr als 6 000 Menschen überlebten diese zehntägige Tortur nicht, Tausende mehr starben noch in Lazaretten und Krankenrevieren an den Folgen der erlittenen Qualen.

 

Die Befreiung

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Gedenktafel in Raben Steinfeld

Weil die sowjetische Armee stetig näher rückte, setzten sich nach und nach immer mehr SS-Wachmannschaften ab und versuchten, zum Teil in Häftlingskleidung, zu entkommen. So waren einige Züge bereits völlig ohne Bewachung, als sich die zu Tode erschöpften Häftlinge der Störbrücke in Raben Steinfeld näherten. Der größte Teil von ihnen verweigerte nun den Weitermarsch und lagerte in dem Waldgebiet vor Raben Steinfeld. Auf dem heutigen Gemeindegebiet Pinnow lösten sich Anfang Mai 1945 viele Häftlingskolonnen auf, andere blieben diszipliniert zusammen und erwarteten die Ankunft der sowjetischen Befreier.

 

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